Ermutigung gefragt: "Dieter Bohlen haben wir hier nicht"

Kammermusik-Wettbewerb in der Hohenwestedter Realschule

Hohenwestedt
kl
Sehr zufrieden waren Veranstalter und Juroren mit den gezeigten Leistungen beim Kammermusik-Wettbewerb 2003. In der Aula der Realschule bewiesen die „kleinen Gruppen" ihr Können. Das 16-köpfige Wilsteraner Bläserensemble bildete die Ausnahme; überwiegend waren meist jugendliche Quartette und Duos mit klassischer Musik am Start.
„Die Gemeinde Hohenwestedt kommt uns sehr entgegen, wir haben immer alles bekommen, was wir brauchen. Und der MTSV-Spielmannszug ist eine sehr rege Sparte. In Hohenwestedt gibt es nie ein Problem. Und weil wir uns hier so wohlfühlen, kommen wir auch gern immer wieder her." Diese Lobrede auf den Austragungsort und die vorbildlichen MTSV-Helfer war Hans-Helmut Pristiens erschöpfende Antwort auf die Frage, warum der Kammermusikwettbewerb 2003 denn ausgerechnet in Hohenwestedt stattfinde, wo doch die Aktiven so ganz und gar nicht aus der umliegenden Region (sondern aus Hamburg, Kiel, Segeberg und Bredstedt) kommen.
Prestien ist Geschäftsführer der „Landesarbeitsgemeinschaft Jugendmusik in Schles-wig-Holstein". Und die fungierte erstmals als Mitveranstalter des Wettbewerbs, den der Musikerverband Schleswig-Holstein (MVSH) bei der Premiere vor zwei Jahren (auch in Hohenwestedt) noch allein ausgerichtet hatte. MVSH-Präsidenz Wolfgang Roggatz erläuterte, warum man die LAG mit ins Boot genommen hat: „Wir haben hier überwiegend jugendliche Teilnehmer; und unser gemeinsames Ziel besteht ja darin, diese Musiker zu fördern."
Was konkret so aussah, dass allen 15 Wettbewerbsgruppen nach ihrem Auftritt in der Realschul-Aula ein detailiertes Beratungsgespräch zuteil wurde. Da gehe es darum, „wo es noch hapert und was die Musiker gemeinsam noch besser machen können", erklärte Roggatz. Ganz wichtig dabei: „Diese Gespräche sind überwiegend positiv - sie sollen zum Weitermachen motivieren." Niemand solle entmutigt werden, betonte auch Pristien: „Dieter Bohlen haben wir hier nicht in der Jury." Gute Gruppen-Leistungen, ein ganzer Tag mit klassischer Musik vom Feinsten, motivierende Juroren, eine leckere Cafeteria — das einzig Bedauernswerte an der rundum positiven Veranstaltung brachte Martin Plorin (Ex-Leiter der MTSV-Musikabteilung) auf den Punkt: Es ist nur schade, dass keiner vom heimischen Spielmannszug mit dabei ist - der Termin stand ja seit dem Frühjahr fest."