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Wie alles begann

erichDas Landesjugendkorps der schleswig-holsteinischen Spielleute (LJK) wurde 1985 auf Initiative von Erich Schütz, dem damaligen Landesfachleiter für Spielleute im Musikerverband Schleswig-Holstein (MVSH) gegründet. Damals hatte sich bei einer Vielzahl von Lehrgängen auf Landesebene gezeigt, dass eine Reihe von jungen Spielleuten trotz steigender Anforderungen in ihren Vereinen und Spielgemeinschaften unterfordert waren. Für diese Gruppe von MusikerInnen, die bereits über eine gute Qualifikationen verfügten, wurde das LJK geschaffen. Es sollte als Forum dienen, um das eigene musikalische Können zu vervollkommnen und die musikalische Entwicklung im Spielmannswesen voranzutreiben. Bereits bei der Gründung des LJK konnten Spielleute zwischen 15 und 21 Jahren aus mehr als 30 Vereinen und Gemeinschaften für dieses Projekt gewonnen werden.

Im Jahr 1994 gab das LJK ein Konzert. Die damaligen C3 Teilnehmer (ausgebildete Dirigenten im Spielmannswesen) haben mit LJK ein komplettes Konzertprogramm erarbeitete und diese im Kieler Schloss präsentiert. Des weiter gab das LJK LAG-Jugendkonzerte in Kiel, Bad Schwartau und Flensburg wo sich die Zuhörer davon überzeugen konnten, dass von der früheren sog. „ Knüppelmusik“ nichts mehr geblieben ist. Dank vieler Originalkompositionen für Spielleute – teils aus den Niederlanden, teils aus den Kompositionswettbewerben der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BDMV)- sind auch die Spielleute in der Lage, Musik auf hohem Niveau zu bieten. Aufgrund dieser neuen Literatur erweiterte sich auch das Instrumentarium der Spielleute. Es kommen Instrumente wie z. B. Marimbaphon, Xylophon, Vibraphon, Röhrenglocken und Pauken zum Einsatz. Dank der Förderung durch die
LAG-Jugendmusik und der Zusammenarbeit mit dem Instrumentenfundus des
Landesmusikrat Schleswig-Holstein (LMR) hat auch das LJK die Möglichkeit, alle benötigten Zusatzinstrumente einzusetzen.

Positive Impulse aus dem LJK haben inzwischen viele Spielgemeinschaften dazu gebracht, ihr Repertoire zu überarbeiten und neue Elemente in ihr Programm aufzunehmen. Leider fehlt häufig die nötige Ausrüstung, um alle guten Ideen aus dem LJK zu übernehmen.

Eine breite Tendenz zu modernerer Musik im Spielmannswesen ist jedoch in ganz Schleswig-Holstein zu erkennen.

1994 hat Erich Schütz das komplette LJK in das „Landesorchester der Spielleute (LOdS)“ überführt, da viele der früheren LJK’ler für ein Jugendorchester zu alt geworden waren. Das damalige Höchstalter war 21. Einige von den ehemaligen LJK-Mitgliedern begannen mit der neuen musikalischen Leitung, Frank Rollf, ein neues LJK aufzubauen. Bereits im ersten Jahr gelang es dem neuen LJK, mit 75 Spielleuten aus 25 verschiedenen Vereinen an die bisherige Arbeit anzuknüpfen, und dank des hohen Ausbildungsstandes der einzelnen Mitglieder einen fast nahtloser Übergang zu schaffen.

Unter der musikalischen Leitung von Frank Rollf fanden 3 Konzerte statt. Das Erste war das LAG Jugendkonzert 1996 in Flensburg und im selben Jahr im Rahmen des Landesmusikfestes in Bad Malente Gremsmühlen. Das letzte Konzert des LJK’s war 1998 beim Landesmusikfest in Neumünster.

Im Jahr 2000 verabschiedete sich Frank Rolff von dem LJK und der damalige Landesfachleiter Oliver Reimers übernahm dieses Auswahlorchester.

Leider, wie fast überall bei jedem Hobby und in jedem Verein, unterlag dem Auswahlorchester eine kleine Durststrecke. Anfang 2004 waren es nur noch knapp 30 Teilnehmer bei der Probe. Bis zu diesem Zeitpunkt hat das Orchester noch in der traditionellen Spielmannszugstimmung Ces, Fes gespielt.

Ende 2004 übernahm die jetzige Landesfachleiterin Daniela Paulsen das LJK. Da viele Vereine schon auf eine andere Besetzung umgestellt hatten und viele Spielleute sich privat auch schon andere Instrumente gekauft hatten, wurde das LJK auf eine andere Stimmung gesetzt. Die Sopran- und Tenorflöten in Ces und Altflöten in Fes wurden nicht mehr benötigt. Diese Umstellung bekam sehr viel Zuspruch, denn Ende 2004 hatten sich zur Probe, die nur zweimal im Jahr stattfindet, 74 Teilnehmer angemeldet. Seitdem spielen wir mit Piccoloflöten, Sopranflöten in B und Konzertflöten.

Die aktuelle Mitgliederzahl liegt bei 98 MusikerInnen aus 23 Vereinen und ist somit das momentan größte Auswahlorchester im Land und auch das einzige in dieser Besetzungsform.

Das LJK hat am 11. März 2008 sein zweites Konzert in Raisdorf gegeben. Dort wurde das in nur 3 Probenphasen neu erarbeitete Repertoire erfolgreich vorgestellt.